Spirituelle begleitung - Trauerbegleitung

 "The ultimate lesson is to learn how to love and be loved unconditionally."
Elisabeth Kübler-Ross

 

Seit frühester Kindheit erfuhr ich tief greifende Transformationsprozesse durch das Loslassen von wichtigen Bezugspersonen. Fragen im Zusammenhang mit Tod und Wiedergeburt bestimmen seither meinen Weg der Berufung. Die langjährige Begleitung und Pflege meines Lebenspartners bis zu seinem Tod haben mich in die Geheimnisse des Todes als Übergang in eine andere Dimension eingeweiht.

 

Die nonverbale Kommunikation gewinnt in der letzten Lebensphase an Bedeutung. Durch dienende Haltung, wertloses Begegnen und mit der Kraft der universellen Liebe, verbinde ich mich auf der Herzensebene mit dem Sterbenden.

 

In der Sterbensphase sind wir besonders aufnahme- und wahrnehmungsfähig. Die Kommunikation mit der geistigen Welt geschieht ohne Filter - direkt und unverfälscht. Die letzte Lebensphase und der Todesprozess sind Schulungsphasen für den Sterbenden. Dieses Wissen wird auf einer feinstofflichen Ebene auf die Menschen übertragen, mit welchen der Sterbende in Kontakt steht.

Ich bin dankbar für alle Erfahrungen, die ich machen durfte mit Menschen, die die irdische Welt verlassen haben. Sie haben mich geduldig und liebevoll geschult und mich an ihrem ganz individuellen Prozess des Loslassen teilhaben lassen. Ich erachte dies als grosses Geschenk.

 

Spirituelle Begleitung / Trauerbegleitung

Angehörige und Freunde begleite ich in der Zeit des Loslassens, während der Trauerphase und der Neuorientierung mit liebevoller Anteilnahme, Sensitivität und Respekt. 

 

 

Trauerarbeit benötigt viel Aufmerksamkeit, Mut und Geduld, das Geschehene zu verarbeiten und das „grosse Loslassen“ als Teil unserer Existenz auf Erden zu sehen. Ich fühle mit den Menschen, die um ihre Angehörigen trauern. Trauerarbeit ist ein intimer und individueller Prozess, um wieder im Alltag Fuss fassen zu können und dem eigenen Leben wieder eine Richtung und einen neuen Sinn zu geben.

 

Für Angehörige, die sich von ihren Liebsten nicht mehr verabschieden können, ist es besonders schwer, mit einem plötzlichen Verlust umzugehen. Es gibt trotzdem Möglichkeiten, um sich zu verabschieden. Bei jedem Sterbens- und Todesprozess verlässt unsere Seele mit unseren feinstofflichen Körpern unseren physischen Körper und macht sich auf die „Heimreise“ in eine andere Dimension. Wenn der Todesprozess abgeschlossen ist und die Seele den Körper verlassen hat, dann bleibt uns als Hinterbliebene nur noch der Kontakt zu einem Gefäss, der Träger dieser Seele war. Der Verstorbene verbindet sich auf der geistigen Ebene mit seinen Angehörigen, ganz allgemein mit jenen Menschen, mit denen er in Verbindung stand in diesem Leben.

 

Während der Phase der „Heimreise“ ist der Verstorbene ganz besonders empfänglich für die Stimmungen, Gedanken und Taten von Angehörigen und Freunden. Wir können mit unseren Verstorbenen auf der geistigen Ebene kommunizieren, uns versöhnen, einander vergeben, verzeihen und zu gegebener Zeit auch loslassen. Nicht nur für die Hinterbliebenen ist es eine schmerzvolle Zeit des Loslassens. Auch für diejenigen, die diese Welt verlassen kann der Todesprozess, das Loslösen von der materiellen Welt sehr schmerzvoll sein. Wenn wir Sterbenden und Verstorbenen das Gefühl vermitteln können, dass wir auch ohne ihre Gegenwart weiterleben können, dann geben wir ihnen gleichzeitig die Erlaubnis, endgültig die „Heimreise“ anzutreten. Die Seele ist frei weiterzureisen.

 

An dieser Stelle möchte ich an die Menschen erinnern, die nicht in ihrer vertrauten Umgebung sterben können, z.B. in Spitälern, Alters- und Pflegeheimen. Das Wissen um die verschiedenen Stadien im Sterbensprozess soll allem voran unser Mitgefühl entwickeln für die Sterbenden, die oft nicht mehr bestimmen können, wie sie ihre letzte Heimreise antreten möchten. Erinnern wir uns daran, dass der Sterbeprozess sehr schmerzvoll sein kann. Wir können den Sterbenden am besten unterstützen, wenn wir seine Sterbeumgebung in eine Atmosphäre der Liebe, des Mitgefühls und des Respektes verwandeln. Alle Arten von Störungen, z.B. Streit in der Familie, Verzweiflung und Ausweglosigkeit der Hinterbliebenen, würden den Sterbenden in grosse Trauer, Wut oder auch Angst versetzen, die ihn an ein Loslassen hindern können. Ausserdem können wir dem Sterbenden einen würdevollen Abschied ermöglichen, indem wir ihn möglichst lange unberührt und ungestört lassen.

Den Hinterbliebenen, den Trauerfamilien können wir zur Seite stehen, indem wir zuhören, Mitgefühl entwickeln und unsere Hilfe im Alltag anbieten.

 

Ich möchte allen Menschen meinen Respekt erweisen, die sich täglich an vielen Orten auf diesem Planeten für Menschen in Not unermüdlich einsetzen. Wir  können die Augen und unser Herz ebenfalls offen halten, für das was in unserer nächsten Umgebung geschieht. Gerade das Erfahren von Leid macht uns für das Leiden anderer empfänglicher, mitfühlender und dadurch menschlicher.

 

Und... alles, was zum Wohle der Menschheit beiträgt, angefangen bei der kleinsten sozialen Einheit, ist von grossem Nutzen, auch wenn unser Einsatz auf den ersten Blick unscheinbar wirkt.

 

Wir sind Sternensaat, alle auf der Durchreise, um auf unserem wunderschönen Planeten Terra Gaia unsere menschlichen Erfahrungen sammeln zu können.

 

Durch dieses Bewusstsein lernen wir an jedem Tag, in jedem Atemzug zu leben als wäre es unser letzter. 

 

In Liebe, Irene Bonaldo